Irrlichter

Ein Rio-Reiser-Projekt

Das Plakat des Programms

Rio Reiser war das enfant terrible der deutschen Musiklandschaft von Mitte der 60er Jahre bis zu seinem Tod 1996. Zu Beginn mit der Band Ton Steine Scherben in Berlin wehrte er sich gegen die Kommerzialisierung seiner Musik und gründete mit seinen Bandmitgliedern einen eigenen Verlag. Politische Agitation, Drogen, Alkohol und ein Leben am Rande des Existenzminimums waren Bestandteile seines Alltags.

Wegen der permanenten Vereinnahmung von politischen Gruppen zog es ihn und seine Bandmitglieder in den hohen Norden Deutschlands, nach Fresenhagen. Durch die Eigenvermarktung geriet man auch hier bald an Grenzen. So entschied sich Rio zu einer Solokarriere. Die verlief mit Hits wie König von Deutschland zu Beginn auch kommerziell sehr erfolgreich. Doch mit Aktionen wie dem Beitritt in die PDS, als Zeichen gegen die „ausbeuterische Wiedervereinigung“, begann auch bald wieder der finanzielle Abstieg. Rio lebte bis zu seinem Tod in Fresenhagen.

Warum schrieb Rio den Song Keine Macht für Niemand? War es tatsächlich eine Auftragsarbeit für die RAF? Persönlich in Auftrag gegeben von Andreas Baader?

Welchen Einfluss hatte der Umzug nach Fresenhagen auf seinen Song 4 Wände?

Komm schlaf bei mir ist ein sehr untypischer Song für die Band Ton Steine Scherben. Geradezu ein Liebeslied. Wo bleibt da der politische Anspruch? Was hat der Song mit Rios Homosexualität zu tun? Für ihn war es eben nicht selbstverständlich, mal jemanden „abzuschleppen“, wie es seine Bandkollegen regelmäßig machten. Homosexualität stand seinerzeit noch unter Strafe.

Das Rauchhaus wurde zum Kult-Song der Hausbesetzerszene. Hatte die Entstehung des Songs etwas mit der Besetzung des ehemaligen Krankenhaus Bethanien zu tun?

Über diese Fragen haben sich Dana Golombek, Kai Dannowski und Frank Leo Schröder dem umstrittenen Künstler genähert. Musikalisch werden die Lieder in reduzierten und brennglasartigen Arrangements gespielt und gesungen. Auszüge aus Rios Autobiografie und Tagebucheinträgen, Kommentare und Interviews von Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern ergänzen das Programm.

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