Aufgestanden ist er, welcher lange schlief …

Ein nachdenklicher Abend mit Texten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs

Sigrid Grajek und Jens-Karsten Stoll

Krieg als Mittel der Politik erfreut sich weltweit seit einiger Zeit erschreckend wachsenden Zuspruchs. Nach 80 Jahren Frieden in unseren Breiten scheinen die Erinnerungen an die Schrecken und Folgen von kriegerischen Auseinandersetzungen verblasst. Kriegsrhetorik wird zur neuen Normalität und Kanzler Friedrich Merz befindet: „Frieden gibt’s auf jedem Friedhof.“

Die Schauspielerin Sigrid Grajek und der Musiker Jens-Karsten Stoll gehen auf literarische Spurensuche in die ersten Jahrzehnte des letzten Jahrhunderts, als nach langer Friedenzeit ein Krieg von einigen lyrisch nahezu herbeigesehnt wurde. Als er dann da war, wurde er von vielen enthusiastisch begrüßt und gefeiert, von einigen humoristisch verklärt. Die Realität der Schützengräben sah dann anders aus als gedacht. Nach den Jubelgesängen kamen die Totenklagen.

Der Erste Weltkrieg wird von Historikern zwar als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet, aber erinnert wird kaum an ihn. Die beiden Künstler wollen diese Lücke schließen.

Ein nachdenklicher Abend mit Texten von Georg Heym, August Stramm, Hugo Ball, Frida Bettingen, Klabund, Berta Lask, Erich Mühsam, Gerrit Engelke u.a. und Kompositionen von Jens-Karsten Stoll.

Wenn das Interesse besteht, gibt es im Anschluss ein Publikumsgespräch mit den Künstlern.

Sigrid Grajek ist singende Schauspielerin, Kabarettistin und Moderatorin. Seit Mitte der 1980er Jahre war sie u.a. an Produktionen in der Theatermanufaktur Berlin, dem Stadttheater Bremerhaven, den Berliner Jedermann-Festspielen und bei Off-Produktionen beschäftigt. Mitte der 1990er wechselte sie ins Kabarett „Berliner Brett’l“ und verschrieb sich dem traditionellen Berliner Lied und den Chansons der 1920er Jahre. Seit 2012 ist sie mit wechselnden Pianistinnen/Pianisten freischaffend unterwegs.

Jens-Karsten Stoll ist Musiker und Komponist. Als musikalischer Leiter und Komponist war er für zahlreiche Theaterproduktionen u.a. am Berliner Ensemble, am Deutschen Theater, am Hebbel-Theater, an der Neuköllner Oper und am Schauspielhaus Hamburg tätig. Mit dem Kabarettisten und Regisseur Rainald Grebe arbeitet er seit 2008 kontinuierlich zusammen. Konzerte, Gastspiele und Workshops führten ihn u.a. nach Mexiko, Bangkok, Hongkong, Washington, Abidjan, Barcelona, Brüssel, Warschau, Genua, Zürich und Taschkent.

>>> Die Veranstaltung ist Teil unseres Friedenswochenendes. Am Sonntag singen in der Matinee Frieden! drei Chöre aus der Region Lieder zum Zuhören und Mitsingen. Um 16 Uhr folgt dann die szenische Lesung Sie waren neun. Der Weg in die Freiheit über die dramatische Flucht von einem Todesmarsch am Ende des Zweiten Weltkriegs.

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