Damals war’s: Im Januar 1975 bestiegen fünf junge Herren die Bühne eines Gasthofes in Blankenfelde bei Berlin. Engerling heißen die, sagte der Kneiper und fügte hinzu: „Na, mit dem Namen werden die aber nicht weit kommen …“ Nun wird Engerling 50!
Irgendwie passte die Band in all den Jahren nirgends so recht ins Konzept. Den DDR-Kulturfunktionären schien die Band um den Pianisten und Songwriter Wolfram Bodag als Blues-Band zu weit weg vom Idealbild des liedhaften Rock „als eigenständigem DDR-Beitrag zur internationalen Musikkultur“. Blues-Puristen dagegen kritisierten die mangelnde Authentizität einer Bluesband, die sich um das originale Zwölf-Takt-Schema wenig scherte und stattdessen Blueselemente nach Belieben mit Rock und Soul vermengte oder sich gar in lange Improvisationen verstieg, die viel eher ins psychedelische Flower-Power-Lager gepasst hätten.
Seit 50 Jahren feilt die Ost-Formation beharrlich an ihrem eigenen Stil mit intelligenten Texten im Grenzbereich zwischen Deutschrock und eben doch Blues und hat sich damit ein treues, aber ganz und gar nicht ostalgisches Publikum erspielt.
Erdige Ehrlichkeit! Ihr Maikäfername klingt nach chronischem Entwicklungsstadium. Doch welches Prädikat stünde einer Band besser? Engerling und ihr weiter Bluesbegriff punkten seit 1975 mit Originalität. Die Jubiläumsleistung der Ostformation gibt es live – stark!
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