Galgenhumor mit dem Club der toten Dichter
„O schauerliche Lebenswirrn, wir hängen hier am roten Zwirn!“ – so beginnt Christian Morgensterns Bundeslied der Galgenbrüder. Ist es nicht manchmal hilfreich, die Dinge mit etwas Galgenhumor zu sehen? Für Morgenstern war seine „Galgenpoesie“ ein Stück Weltanschauung, vom Galgen her betrachte man die Welt anders, schrieb er. Mit seinen Galgenliedern wollte der Dichter (1871-1914) „ein bisschen geistige Leichtigkeit, Heiterkeit, Freiheit verbreiten, die Phantasie beleben. „Man lacht sich krumm“, meinte bereits Tucholsky, „bewundert hinterher, ernster geworden, eine tiefe Lyrik, die nur im letzten Augenblick ins Spaßhafte abgedreht ist – und merkt zum Schluss, dass man einen philosophischen Satz gelernt hat.“
Zum 20. Jubiläum vertonte der legendäre Club der toten Dichter Morgensterns Galgenlieder – und gastierte im September bei uns an der Oder. Schauspieler Hans-Werner Meyer sang, spielte Geige und diverse andere Instrumente, Markus Runzheimer von Element of Crime begleitete an Bass und Percussion und Reinhardt Repke an der Gitarre. Sehen Sie die schönsten Fotos eines außergewöhnlichen Abends.