Die Südsee liegt im Oderbruch

David Schnell, Christian Schmidt, Julia Jäger, Wolfgang Torkler, Jonas Schütte und Regisseur Thomas Rühmann (im Auto)

Vorhang auf, der Blick geht auf die weiten Oderbruchwiesen. Ein Oldtimer knattert heran. Ihm entsteigen fünf Mitglieder des Vereins „Retter der Kokosnuss“, um in ihrem Salon an den Nürnberger August Engelhard zu erinnern, der 1902 in die Südsee gereist war, um sich von Kokosnüssen zu ernähren und mit seinem Sonnenorden die Welt zu verbessern. In verschiendenen Rollen erzählen vier Schauspieler die absurd-komische und zugleich tragische Geschichte von Engelhardts Scheitern. Zwei Stunden pralles Theater, mal fliegen die Fetzen, mal knistert es erotisch, ein paarmal wird’s eklig und alle Beteiligten werden ausgiebig durch den Kakao gezogen. Immer mit dabei: das grandiose abendliche Oderbruch (oder die Südsee?) hinter der geöffneten Bühnenrückwand.

Nach der umjubelten Premiere 2019 hat Thomas Rühmann das Stück Kabakon oder die Retter der Kokosnuss nach dem Roman Imperium von Christian Kracht nun neu inszeniert. Neben Julia Jäger und Christian Schmidt, die damals schon dabei waren, zeigten David Schnell, Student an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, und Jonas Schütte, Busch-Absolvent, großartige Schauspielkunst und ernteten begeisterten Beifall.

Und die Südsee, liegt sie jetzt im Oderbruch? Die Frage stellt sich immer noch: Was ist absurder, die Welt oder die Utopie?

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