Unverfügbarkeit

Ein Gespräch mit dem Soziologen Hartmut Rosa

Wünsche werden in unserer Welt schnell Wirklichkeit. Sollen schnell Wirklichkeit werden. Alles und sofort ist möglich, so suggeriert uns das World Wide Web. Doch es gibt Dinge, die wir nicht erzwingen können: Schnee im Winterurlaub zum Beispiel. Andererseits zum Beispiel: Wir finden im Netz fast jeden Musiktitel. Wir müssen uns nicht mit Mangel abfinden, wir müssen nicht mehr suchen, um uns dann vielleicht über ein besonderes Fundstück freuen zu können. Der an der Universität Jena lehrende Soziologe Harmut Rosa hat ein Buch mit dem Titel Unverfügbarkeit geschrieben. Mit dem Unverfügbaren, so seine These, haben wir zunehmend ein Problem. Das zentrale Bestreben der Moderne gilt der Vergrößerung der eigenen Reichweite, des Zugriffs auf die Welt. Doch statt eines lebendigen Dialoges ist unsere Verbindung zur Welt nur noch über Konsum bestimmt.

Hartmut Rosa ist Soziologe und Politikwissenschaftler. Rosa lehrt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt und Mitherausgeber der Fachzeitschrift Time & Society sowie des Berliner Journals für Soziologie.