Stollen zu Viert

Vom Schnee

von Durs Grünbein

„Wo war das noch und wann?
In einem hellen Augenblick
Hat er das Gleichgewicht der Welt gespürt.
Im Schnee.“

Das Jahr1620. Ein Ausnahmezustand. Der Philosoph Renè Descartes gerät in die Kleine Eiszeit, steckt fest im deutschen Schnee bei Ulm. Eingeschlossen in eine Kammer, den halben Tag im Bett, gerät er in einen schamanischen Rausch von Fieber, Intellekt, Sinnlichkeit, Frechheit. Er wird zum fröhlichen Totengräber der mittelalterlichen Wissenswelten. «Ich denke – also bin ich.« An den Rand verschlagen, begründet Descartes einen Menschheitswendepunkt.

Die Inszenierung erprobt eine Grenzüberschreitung. Grünbeins betörende Verssprache
und elektronische Musik, Pantomime, Tanz und schamanische Trance.
«Vom Schnee« ist Nervenkitzel, eine Provokation von Geist und Körper,
eine radikale Suche nach der Ganzheitlichkeit unseres Tuns.


Mitwirkende: Thomas Rühmann, Tobias Morgenstern, Nadja Engel,
Dana Wolter, Robert Grosse

 

Vom Schnee - Theater am Rand

 

Dramaturgie: Thomas Rühmann
Regie: Thomas Rühmann und Tobias Morgenstern
Musik: Tobias Morgenstern

 

Fotogalerie